Die Ortschaft Lieskau

Die idyllische, ruhige Lage und die Nähe zu Halle machen die Ortschaft zu einem beliebten Wohnort. Lieskau ist ein seit der Jungsteinzeit besiedeltes Gebiet, was durch archäologische Funde belegt werden kann. Durch Landerwerb reicher Patrizier, städtischer Klöster und durch Beteiligungen am Pfännergeschäft war die kleine Ortschaft im Mittelalter eng mit Halle verbunden.

Geografisches
Lieskau liegt ca. 4 km westlich von Halle (Saale), sie gehört zur Gemeinde Salzatal im westlichen Saalekreis. Die Ortschaft grenzt an den Stadtteil Halle-Dölau und die Halle-Dölauer Heide.
Lage der Ortschaft in GoogleMaps anzeigen

Verkehrsanbindung
Sie erreichen die Ortschaft Lieskau mit den Buslinien der Firma Omnibusbetrieb Saalekreis (OBS).
Der Gesamtfahrplan für die Strecke Halle-Lieskau ist hier zu erhalten.

Gliederung der Ortschaft
Lieskau untergliedert sich in drei Ortsteile, Lieskau-Nord, Lieskau und Waldheil.

Politik
Die Ortschaft gehört der Gemeinde Salzatal im westlichen Saalekreis an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Salzatal (Ortschaft Salzmünde) hat.

Geschichte

Im Jahre 1182 wurde das Dorf als Lezcowe in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Neuwerk in Halle (Saale) erstmalig urkundlich erwähnt. Die Siedlung befand sich ursprünglich weiter westlich und ist slawischen Ursprungs.

In Lieskau wurde im Jahr 1382 erstmals Braunkohle in Deutschland gefördert.

Das Dorf war über die Jahrhunderte ein reines Bauerndorf. Am Ende des 19. Jahrhunderts war jedoch eine drastische Bevölkerungszunahme zu verzeichnen. Die Ursache lag in der positiven Entwicklung des Handwerks und der blühenden Industrie.

Zu den alten Traditionen des Ortes gehören das "Lieskauer Kranzreiten" und das "Maienschlagen". Auch die "Lieskauer Heidefestspiele" haben sich zu einem Höhepunkt im Gemeindeleben entwickelt.

Das Wahrzeichen von Lieskau ist die stolze Eiche auf dem Schulhof, auch "Friedenseiche" genannt. Das Eingangstor der Lieskauer Kirche, die mit ihren über 800 Jahren das älteste Bauwerk der Ortschaft ist, stellt das wertvollste Kulturdenkmal dar.

Weiterhin ist der "Mordstein" zu erwähnen, der neben einigen Straßenzügen im alten Ortsteil in die Kreisdenkmalliste aufgenommen wurde. Dieser Gedenkstein (40 cm, roter Sandstein) befindet sich an der Straße zwischen Lieskau und Schiepzig und erinnert an einen Vorfall vor über hundert Jahren. Die Begebenheit hat nicht nur Eingang in die Lieskauer Ortschronik gefunden, sie war damals beispielgebend für die Rechtssprechung und wird heute noch bei juristischen Vorlesungen zitiert. Am 11. September 1858 wurde an dieser Stelle der Sohn des Schiepziger Kantors Ernst Heinrich Harnisch irrtümlich erschossen. Die Kugel war für einen anderen jungen Mann bestimmt.

Waldheil

Waldheil

Die Geschichte der Kolonie Waldheil beginnt im Jahre 1909 mit dem schriftlichen Aufruf des Hallenser Juweliers und Vorsitzenden des Heide-Vereins Franz Robert Tittel zur Errichtung einer Laubenkolonie am Rande der Heide, unweit der heutigen Ortschaft Lieskau bei Halle an der Saale. Inspiriert durch die neu entstandene "Gartenstadtbewegung" und Vorbilder im thüringischen Rudolstadt entwickelte er die Idee, auch für die Hallenser Bürger eine stadtnahe Erholungsstätte in der Natur zu schaffen.

http://www.ig-waldheil.de/